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Corona bringt Mehraufwand für MPA

«Entschuldigung, wie lange dauert das noch?»

Fachleute diskutierten am Ärztepodium von Zur Rose und hawadoc über die Herausforderungen, denen sich Arztpraxen in der Pandemie stellen müssen. Dabei betonten sie die erhöhte Belastung für die Angestellten.

In der Öffentlichkeit ist viel die Rede vom überarbeiteten Gesundheitspersonal in den Spitälern. Am Ärztepodium von Zur Rose weisen Mediziner darauf hin, dass die Pandemie auch für Medizinische Praxis-Assistentinnen einen erheblichen Mehraufwand zur Folge hat.

«Wir haben die neusten Informationen über das Virus bekommen und mussten diese den Patienten weitergeben», sagt Markus Wieser, Hausarzt aus Winterthur. Für die MPAs sei das eine Herausforderung gewesen. «Am Schluss waren sie diejenigen, die genau Bescheid wissen mussten, um am Telefon die Patienten entsprechend zu beraten.» Von den Patienten seien viele Fragen gekommen. Und je nach Phase der Pandemie hätten die Antworten wieder anders gelautet.

«Die Belastung der MPAs war sehr gross», meint auch Mark Schärer, Präsident von «hawa – Haus und Kinderärzte». Die vielen Fragen der Patienten seien auch Ausdruck der Verunsicherung bei den Menschen gewesen. So seien sie zum Beispiel viel gefragt worden, ob sie die Impfung empfehlen würden oder nicht. Letztlich sei dies aber auch ein Vertrauensbeweis der Patienten an die Praxis. «Mich hätte es gestört, wenn niemand angerufen und gefragt hätte», meint er.

«Telefone praktisch überall heissgelaufen»

Die Telefone seien in praktisch allen Praxen heissgelaufen, meint Kantonsärztin Christiane Meier. In der Gesundheitsdirektion hätten sie sich die Frage gestellt, wie sie die Medien optimaler hätten informieren können, um die Bevölkerung noch besser aufzuklären. «Es ist immer ein bisschen eine Balance. Je mehr man den Medien gibt, desto mehr Fragen tauchen auf. Aber nichts sagen sollte man natürlich auch nicht, denn nur über Aufklärung funktioniert es ja überhaupt.»

Gaudenz Weber, Marketingleiter bei Zur Rose, kritisiert in diesem Zusammenhang die Arbeit der Kommunikationsverantwortlichen: Die Zukunftsprojektion à la «Wir werden bald genug Impfungen haben » sei für Medienschaffende wie auch die Bevölkerung nicht zu verarbeiten gewesen. «Die Menschen haben sich gefragt: Ja, wann kommen denn jetzt diese Impfungen endlich? In den Medien stand doch, wir hätten die Impfungen!» Für die Praxisteams sei es natürlich dann nicht einfach gewesen, impfwilligen Patienten beizubringen, dass dies eine Fehlinformation gewesen sei.

Um eine Desinformation handelte es sich laut Mark Schärer auch bei der Kommunikation der Allergiker-Thematik. Er höre häufig von Patienten, sie dürften sich nicht impfen lassen, da sie eine Allergie hätten. Nur weil es mal geheissen habe, dass gewisse Allergien eine Kontraindikation für die Impfung darstellten. «Jetzt ruft jeder an, der einen Heuschnupfen hat.» Das Beispiel mache deutlich, dass viele Laien die Informationen, die sie in den Medien ungefiltert überliefert bekämen, nicht werten könnten. Die Aufklärungsarbeit ist nur einer der Aspekte, die zu Veränderungen im Praxisalltag geführt haben. Auch die Durchführung von PCR-Tests (Blog-Beitrag «Ein Tag im Leben von Prianca Qehaja»), der Umgang mit Coronakritikern (Blog-Beitrag «Corona-Kritiker – wie geht man mit ihnen um?») sowie die allgemein zunehmende Hektik ( Blog-Beitrag «Hektischer Praxisalltag: So bleiben Sie cool») halten Angestellte auf Trab. Die Pandemie zeigt: Der Beruf MPA hat eine enorme Bedeutung für die Gewährleistung eines stabilen Gesundheitssystems und wird voraussichtlich in Zukunft weiter an Vielseitigkeit gewinnen.


Wie erleben Sie die Veränderungen im Praxisalltag, welche die Pandemie mit sich gebracht hat? Wir freuen uns auf Ihre Meinungen und Kommentare zu diesem Thema.

Tags: Praxis Tipps, Beruf MPA, Digitalisierung

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