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Die Schweiz macht sich locker – Arztpraxen auch?

Corona-Massnahmen Arztpraxen

Die schrittweise Lockerung der Corona-Massnahmen lässt die Schweizer Bevölkerung aufatmen. Wie reagieren Mitarbeitende in Arztpraxen auf diese neue Phase der Pandemie? Wir haben nachgefragt.

Keine Bussen mehr für mangelhaftes Social Distancing, Veranstaltungen bis zu 300 Personen sind wieder erlaubt, zuhause bleiben soll niemand mehr. Der Bundesrat hat eine schrittweise Lockerung der Covid-19-bedingten Einschränkungen für die Bevölkerung angeordnet. Von einer Entspannung in Bezug auf die Massnahmen sind medizinische Einrichtungen indes noch weit entfernt.

Für MPAs in Schweizer Hausarztpraxen gelten die ausserordentlichen Hygiene-Empfehlungen auch weiterhin. «Hände waschen reicht für medizinisches Fachpersonal natürlich nach wie vor nicht aus», erklärt Regula Geiger, Präsidentin der SVA-Sektion Zürich/Glarus. Neben regelmässiger Händedesinfektion sei für MPAs auch das Tragen von Schutzmasken sowie die Einhaltung des Sicherheitsabstands, wenn immer möglich, bis auf Weiteres Pflicht.

Verändert hat sich in Arztpraxen allerdings das Verhalten der Patienten. Bei ihnen ist offensichtlich vermehrt eine gewisse Entspannung – um nicht zu sagen: Nachlässigkeit – spürbar. MPAs mussten Patienten in den vergangenen Wochen vermehrt wieder darauf hinweisen, doch bitte ihre Hände zu waschen oder desinfizieren. Viele Besucher sind auch unsicher, welche Regeln in Arztpraxen gelten. «Immer wieder fragen uns Patienten, ob sie eine Maske tragen sollen oder nicht», erzählt MPA Evelyne Bühler. «Da sage ich dann jeweils: Das könnten sie selber entscheiden.» Ausser natürlich, es handle sich um einen Covid-19-Verdachtsfall, diese müssten umgehend isoliert werden.

Das Verständnis der Patienten für die Hygienemassnahmen sei grundsätzlich noch immer vorhanden, sagt Bühler. Was sie aber schon merkten, sei, dass die Toleranz allmählich nachlasse, meint die Winterthurerin. «Zu Beginn der Pandemie, als wir Kurzarbeit hatten und damit auch weniger Telefon- und Sprechstundenzeiten anbieten konnten, war das Verständnis noch sehr gross.» Dieses habe in den letzten Wochen stark abgenommen. «Die Leute reagieren vermehrt verärgert, wenn man sie etwas länger warten lässt», sagt sie.

Locker machen steht vorerst also nicht auf der Tagesordnung der MPAs. Zumal die Praxen aktuell einen sehr hohen Durchlauf an Patienten aufweisen. Die Terminkalender sind randvoll. Viele Personen, die während der akuten Phase der Pandemie von einem Besuch beim Hausarzt absahen, holen das jetzt nach.

Bleibt zu hoffen, dass es mittelfristig wenigstens zu einer teilweisen Lockerung in Arztpraxen kommen kann. «Ich wünschte mir, dass bald etwas mehr Normalität in der Praxis einkehren würde», sagt Evelyne Bühler, «dass wir beispielsweise den Mundschutz wieder ablegen dürften und ihn nur anziehen müssten, wenn Corona-Verdachtsfälle die Praxis betreten.»


Wie halten Sie es mit den Lockerungsmassnahmen in Ihrer Praxis? Teilen Sie jetzt Ihre Meinung dazu in einem Kommentar.

 

Tags: Corona

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