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WIRD ALS MPK ALLES BESSER?

WIRD ALS MPK ALLES BESSER?

Viele MPAs sind sich unsicher, ob sie sich für eine Weiterbildung zur Medizinischen Praxiskoordinatorin praxisleitender Richtung entscheiden sollen. Wir haben drei frischgebackene MPKs gefragt, wie sie ihren Weg gefunden haben und ob sich der Abschluss für sie gelohnt hat.

Soll ich oder soll ich nicht? Ob man sich zur Medizinischen Praxiskoordinatorin praxisleitender Richtung weiterbilden soll, diese Frage stellen sich nicht wenige MPAs. Hält die modulare Weiterbildung, was sie verspricht? Welche Hoffnungen setzen Praxismitarbeitende in die Ausbildung? Und werden die Erwartungen erfüllt?

Miriam Knechtle arbeitet seit einem Jahr als MPK. Die 28-Jährige hat die Ausbildung aus dem eigenen Sack bezahlt. «Mein damaliger Arbeitgeber unterstützte die Zusatzausbildung nicht. Er meinte, sie sei zu teuer im Verhältnis dazu, was es der Praxis bringe», erzählt sie. Knechtle hatte zu dieser Zeit bereits eine leitende Funktion inne. Die Ärzte vertraten die Ansicht, dass die MPA damit ja bereits über die nötigen Kompetenzen verfüge. «Sie hätten mir mit dem Titel MPK auch nicht mehr Geld gegeben.» Damit sei für sie klar gewesen, dass sie sich mit dem Diplom in der Tasche einen neuen Arbeitgeber suchen müsse.

Das klappte im Nu. MPKs der praxisleitenden Richtung sind gefragter denn je. Die steigende Anzahl an Gemeinschaftspraxen haben einen grossen Bedarf an Mitarbeitenden mit Kaderfunktion. Heute ist Knechtle Teamleiterin im Ärztezentrum Flawil. Führt Sitzungen, schaut sich Konzepte an, sucht nach Optimierungspotenzial bei Arbeitsabläufen und ist zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Ärzten und MPAs geworden. Besonders schätzt sie ihre Entscheidungskompetenzen. «Wenn ich Aspekte entdecke, die nicht optimal laufen, dann muss ich das nicht einfach schlucken, sondern kann es verbessern.» Mit dem Titel als MPK habe sie diesbezüglich an Sicherheit gewonnen.

Einsatzpläne, Mitarbeitergespräche, Administration

Etwas anders gestalten sich die beruflichen Wege von Cindy Hartert (27) und Katja Köppel (32). Sie arbeiten in der Praxis am Rhy in Kriessern und teilen sich die Position der MPK untereinander auf. Ihr Arbeitgeber hat ihnen mehr Wohlwollen entgegengebracht. Als die leitende MPA die Praxis verliess, vertraten die beiden deren Stelle. «Wir brauchten einfach jemanden, der diese Aufgaben übernahm», sagt Hartert. Bei dieser Gelegenheit seien sie mit dem Thema Teamführung und dem Ausdenken von Prozessen in Berührung gekommen. «Wir konnten also sozusagen Teamleitungsluft schnuppern», sagt Köppel. Bei dieser Gelegenheit sind die zwei auf die Idee gekommen, die Ausbildung zur MPK zu absolvieren.

Die Erwartungen, welche sie in die neue Rolle gesetzt hatten, haben sich erfüllt. «Es ist sehr spannend, die Perspektive des Arbeitgebers verstärkt in die Arbeit miteinzubeziehen», sagt Hartert. Zudem befasse sie sich damit, die Digitalisierung der Praxis voranzutreiben und die Prozesse zu optimieren. Ihre Kollegin wiederum betont, durch die Weiterbildung zur MPK habe sie gelernt, gewisse Kompetenzen bewusst an andere Mitarbeitende abzugeben. «Aufgaben und Verantwortung loszulassen fiel mir vorher schwer.» Heute koordiniere sie die Einsatzpläne für das ganze Team, führe Mitarbeitergespräche mit den MPAs und mache die gesamte Personaladministration. Ihr gefällt die grosse Verantwortung, die sie übernehmen darf und dass sie sich nun viel stärker ins Unternehmen einbringen kann.

Nicht für jede MPA geeignet

Auch wenn man fast nur Gutes über die Position der MPK hört, klar ist auch: Nicht für jede MPA ist die Weiterbildung das Richtige. Mindestens fünf Jahre Berufserfahrung sei zu empfehlen, meint Miriam Knechtle. Denn als leitende Person müsse man die Abläufe und Tätigkeiten einer MPA gut kennen. «Man muss wissen, wie es läuft.» Cindy Hartert beschreibt den idealen Typus so: «Man sollte kommunikativ sein, gerne Teams führen und Prozesse analysieren – und man darf dabei Diskussionen nicht abgeneigt sein.»

Wie stehen Sie zur Weiterbildung zur MPK? Kommt das für Sie in Frage? Denken Sie, Ihr Arbeitgeber würde dies unterstützen? Wir freuen uns auf Ihre Meinungen und Kommentare.

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